Zelte und Notunterkünfte für 30 000 Menschen || 10.02.2010
... Gleichzeitig beschafft Caritas Material- und Werkzeug-Sets für temporäre Unterkünfte zum Schutz gegen den Regen sowie Küchen-Sets für 5500 Familien. Das Programm hat einen Umfang von 2,6 Millionen Franken.
Nach wie vor leben im Erdbebengebiet unzählige Menschen in notdürftigsten provisorischen Unterständen. Caritas verteilt ab heute Mittwoch in Gressier 1000 Zelte an Erdbebenopfer, die über keinerlei Mittel verfügen, um ihre Situation zu verbessern. Zudem beschafft das Hilfswerk für 5500 Familien Sets mit Material für Unterstände mit Plastikblachen, damit sie sich rechtzeitig vor der im Mai startenden Regenzeit einrichten und schützen können. Auf Wellblechabdeckungen wird aufgrund der erheblichen Verletzungsgefahr bei Hurrikans, die ab Juli auftreten können, verzichtet. Zu den Sets gehören auch Schaufeln, damit die Betroffenen beginnen können, den Schutt vom Grundstück ihrer Häuser zu räumen. Mit 5500 Küchen-Sets will Caritas den Familien die Rückkehr zu einer gewissen Normalität im Alltag ermöglichen. Die insgesamt rund 30 000 Begünstigten ermittelt Caritas zusammen mit der Partnerorganisation ITECA und der örtlichen Pfarrei.
In der Stadt Léogâne wurden die Nothilfegüter des Transportflugzeuges von Caritas Schweiz, Caritas Deutschland und der Deutschen Diakonie verteilt: 33 Grossraumzelte, 1500 Plastikplanen, 20 000 Wasserkanister, 2200 Decken und 4 Millionen Chlortabletten zur Wasserreinigung.An Bord der Maschine befanden sich auch 8 Health Kits, die eine medizinische Grundversorgung für 80 000 Menschen über drei Monate gewährleisten.
Zudem stellt Caritas in Gressier 24 Schulzelte auf, welche die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) zur Verfügung stellt. Die Rückkehr zu einem geregelten Schulbetrieb ist aus Sicht der Caritas ein zentraler Faktor des Kinderschutzes und zudem eine wichtige Investition für die Zukunft. Auch im Wiederaufbau steht der Bau von Schulen in der jetzigen Planung im Vordergrund.
In den bestehenden Schulprojekten der Caritas Schweiz in Gonaïves und Les Cayes werden zurzeit Flüchtlinge aus dem Erdbebengebiet aufgenommen und ihre Kinder eingeschult. Unter schwierigsten Umständen werden zusätzliche Klassen geschaffen und die Kapazitäten der Mittagstische erhöht. Caritas Schweiz unterstützt diese wichtige Hilfe.
Parallel zu diesem Programm laufen die Verteilungen von Nothilfegütern durch das internationale Caritas-Netzwerks an 200 000 Personen in Port-au-Prince weiter. Etwa 400 Angestellte des Caritas-Netzwerks und mehrere hundert Freiwillige beteiligen sich an den Verteilungen von Zelten, Blachen, Wasser und Lebensmitteln. Die UNO-Verwaltung hat ausserdem der Caritas die Koordination des Camps in der Golfanlage von Pétion-Ville übertragen. Hier übernachten jeweils bis zu 50 000 Erdbeben-Opfer.
Das internationale Caritas-Netzwerk bereitet ein Nothilfe-Programm vor, das in den nächsten 8 Wochen 200 000 Personen mit Wasser und Nahrungsmitteln versorgt, die medizinische Betreuung sicherstellt, erste Schritte in der Kinderbetreuung (Traumabewältigung und Schule) unternimmt sowie Einkommensmöglichkeiten für Betroffene bietet.
Nach jüngsten Angaben der Regierung, kamen etwa 170 000 Menschen bei dem Erdbeben ums Leben. Das Erdbeben ereignete sich am Dienstag, 12. Januar um 16 Uhr 53 Ortszeit (22 Uhr 53 Schweizer Zeit), ungefähr 15 Kilometer westlich der Hauptstadt Port-au-Prince. Nach Angaben des seismo-geologischen Institutes der USA lag das Epizentrum in 10 Kilometer Tiefe. Unzählige Gebäude der Hauptstadt stürzten ein, darunter der Präsidentenpalast, das Gebäude des Parlaments sowie die Kathedrale von Port-au-Prince. Auch das Hauptquartier der UN-Friedensmission in Haiti, wo rund 11 000 Personen arbeiten, wurde zu grossen Teilen zerstört.
Haiti ist das ärmste Land in der westlichen Hemisphäre: 70 Prozent der Bevölkerung lebt mit weniger als zwei Dollar pro Tag. Zudem wird das Land immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht. So forderten im Herbst 2008 mehrere verheerende Wirbelstürme über 800 Tote und rund eine Million Betroffene. Etwa 100 000 Häuser wurden beschädigt.
Caritas Schweiz ist seit über 30 Jahren mit Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe in Haiti aktiv.